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Die Kirche

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Die Canumer Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts im spätromanischen Stil erbaut. Es handelt sich um eine sogenannte Einraumkirche, die auf dem höchsten Punkt der Warft gelegen ist. Im Innern finden sich drei Rippengewölbe, die auf gegliederten Mauern und Eckfeilern ruhen.

Auffällig ist, dass der Eingang in den Jahren mehrfach verlegt wurde. Früher hatte die Kirche einen Giebelbau im Westen, wo vermutlich der Haupteingang gewesen ist. Bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts war der Eingang an der Ostseite. Um in den Gottesdienstraum zu gelangen, mussten die Besucher zunächst den Chor durchqueren. Seit dem Umbau betritt man die Kirche von der Nordseite.

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Neben der Kirche steht der Glockenturm, der zeitlich nach der Kirche entstanden ist. Er trägt zwei schwere Glocken und neigt sich etwas gen Norden. Lange Zeit trug die Canumer Kirche auf der Ostseite des Daches einen Dachreiter. Dieser wurde durch einen orkanartigen Sturm im Februar 1962 so schwer beschädigt, dass er abgebaut werden musste.

Ein weiteres leider nicht mehr vorhandenes Wahrzeichen der Kirche war die an der Ostseite angebrachte Uhr mit der Inschrift “memento mori - Gedenke des Todes”

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Joh. Rekkers Pastor / Ihno N. Rersemius en / Mimke Edden Kerkvoogden 1773, so lautet die Inschrift am Schalldeckel der Kanzel in der reformierten Kirche Canum. Bemerkenswert daran ist, dass diese Personen die höchsten kirchlichen Ämter in Canum bekleideten, obwohl keiner von ihnen aus einem reformierten Elternhaus stammte!

Johannes Petrus Rekkers war von 1773 bis zu seinem Tode 1790 Pastor in Canum. Geboren um 1722 von ‚taufgesinnten’ (= mennonitischen) Eltern in Dockum/NL, wurde er zunächst Prediger der Mennoniten in verschiedenen Gemeinden in den Niederlanden, zuletzt 14 Jahre in Obergum. Wegen seiner Äußerung von reformierten Grundsätzen kam es dort zur Amtsenthebung. Er wurde Mitglied der reformierten Kirche und ging nach Ostfriesland. Hier war er zunächst als Visitator in Emden und Pastor in Critzum tätig, bevor er nach Canum berufen wurde.

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Ihno N. Rersemius wurde 1708 in der lutherischen Gemeinde Petkum getauft. Dort lebte er mindestens bis 1740 mit seiner Ehefrau Trientje Dirks. Seine ältesten Kinder wurden ebenfalls in Petkum luth. getauft. Etwa seit 1745 wohnte Ihne Nannen in Wirdum. Hier erfolgte 1748 auch sein Übertritt von der luth. in die ref. Kirche. Im Jahre 1759 kaufte Ihne Nannen (wie sein Name in den Kirchenbüchern lautet) dann einen Hof in Canum.

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Mimke Edden wurde 1720 im lutherischen Ochtelbur getauft. Dort heiratete er 1747 seine 1. Ehefrau Martie Jansen Dreyer aus Bangstede. Im Jahre 1753 wurden beide Mitglieder der luth. Kirchengemeinde Pewsum. Sie wohnten in Canum und hatten Atteste überihre Kirchenmitgliedschaft in Ochtelbur vorgelegt. Mimke Edden war also Kirchvogt der ref. Kirchengemeinde Canum, obwohl er immer Lutheraner blieb.

Aktuell ist die Kirche mit großem Aufwand restauriert worden und erstrahlt wieder in neuen altem Glanz.